Kalender

„Where the Wind Blows" (2022) ist eine Dokumentation einer eintägigen Installation in einem Landhaus. Hundert weiße Laken verwandelten das alte Gebäude in ein verlassene Liegenschaft.
Der Stoff verbirgt die Beschaffenheit der Dinge und lässt nur Silhouetten und Konturen erkennen. Die Objekte, der Raum und das Licht stehen nunmehr im Mittelpunkt und werfen ein entferntes Echo von dem zurück, was man seinerzeit als ein Zuhause bezeichnet hätte.
Kurator: Pavel Kovalenko / Fotografie: Tasya Spector
Die aktuelle Installation von Asia Zaslavskaia in der ANNAHME BASEL wird mit freundlicher Unterstützung der pop/off/art gallery ermöglicht.
Vernissage: 07.06.2026 18-20 h
Dauer: 08.06.2026 – 05.07.2026
Artist talk: 14.06.2026 18 h
Finissage: 05.07.2026 10- 12h

EDITION/BASEL zeigt, was in zwölf Tagen gemeinsamen Druckens, Seite an Seite, entstehen kann.
EDITION/BASEL shows what can be created in twelve days of printing together, side by side.
Mit | With Caitlin Akers, Marti Baldinger, Mary Claire Becker, Sabina Blazkow, Kate Collyer, Hadass Gilboa, Stefanie Hintersteiner, Julia Lebrao Sendra, Kevin Maringer, Ryan McClelland, Marcie Miller Gross, Sofi Musoyan, Chelsea O'Byrne, Simone Thiele. Freie Interpretation | Free Interpretation: Elsbeth Gyger. Kuratiert durch | Curated by Megan Adie & Margarit Lehmann
Fr 10.7.26 | 19 h
Vernissage | Opening
Sa 13–19 h | So 11–17 h
Öffnungszeiten | Opening Hours

Nach „analogien“ (2013) und „cuttings“ (2020) präsentiert der Berner Künstler Beat Feller (*1955) eine Auswahl gemalter Kompositionen.
Eröffnung: Dienstag, 16. Juni 2026, 16:00–20:00 | Während Art Basel: 10:00–12:00 | 18:00–20:00
16. Juni – 18. Juli 2026
Freitag, 26. Juni, 16:00–20:00 | Samstag, 27. Juni, 18. Juli, 15:00–18:00
18. Juli 15:00–18:00
beat-feller.ch
batifeller@bluewin.ch

【 REGION REWRITTEN 】
AUSSTELLUNG:
Sa. 27. Juni – Fr. 24. Juli
VERNISSAGE & LESUNG:
Fr. 26. Juni 19.00 Uhr
In der Workshopreihe «REWRITING REGION» erkundete das DOCK in Kooperation mit dem Literaturhaus Basel Fragestellungen der Regionalität. Wie setzt sich eine Region zusammen, wenn wir die vielfältigen Geflechte aus Migration, Erinnerung, Sprache, sozialen Beziehungen und historischen Verschiebungen mitdenken? Dann lässt sie sich nicht länger auf einen geografischen Ort eingrenzen, sondern entfaltet sich als bewegliches Gebilde. Welche Geschichten wir über «unsere» Region erzählen, was dadurch sichtbar, und wer unsichtbar gemacht wird, um diese und weitere Themen beschäftigten sich die Teilnehmenden der Veranstaltungen.
Aufbauend auf die Schreibworkshops bot sich die Möglichkeit, sich mit dem semi-anonymen queeren Kollektiv Q.U.I.C.H.E in der Praxis der kreativen Zine-Herstellung zu üben. Das Kollektiv nimmt diese Synergie zum Anlass, die Ergebnisse der Veranstaltungsreihe – seien sie materiell oder immateriell – in einer Ausstellung zu präsentieren. Die entstandenen Texte, Bilder und Fragmente treten in einen Dialog mit Exponaten, die mehr Aufschluss über die Praxis der impulsgebenden Künstler:innen erlauben. Der transformative Prozess des Schreibens wird so in seiner jeweils einzigartigen, persönlichen Form sichtbar gemacht.

2026 – making of invitro no 37 – iactatio
“iactatio” Ein Münzwurf für die Götter
Topics:
Opfergabe, Gnade, Zukunft, Meritokratie
Kontext:
Glaube, Aberglaube, Altertumswissenschaft, Leistung als moralische Grundlage
Material:
Stempelfarbe Gold und Silber, 3 Stempel
Referenzen:
– “Gegen die Merokratie” (republik)
– Uni Basel – “iactatio” (Ein Münzwurf für die Götter)
– Ren – “Money Game” (Official Music Video Part 3)
2026 EINVIERTELJAHRHUNDERT
Vor 25 Jahren, im Jahr 2001, gründete der Konzeptkünstler NIEL THALER das Projekt INVITRO.
Er bespielt damit den seit je her kleinsten Offspace der Stadt. Jährlich ein bis zwei Projekte realisiert Thaler selbst in einer ehemaligen Restaurantvitrine in der Gerbergasse. Klein im Format, jedoch rund um die Uhr für Passanten in der Innenstadt zugänglich, gestalten sich die unterschiedlichen, stets thematisch geprägten Ausstellungen. Jedes Projekt startet quasi bei Null und einzig die Grösse der Installationen wird durch den Ort bindend vorgegeben. Bei invitro liegt der Schwerpunkt auf Kontinuität und einer vielseitigen Formensprache.
+++
invitro no 37 - iactatio
Gerbergasse 24, 4001
Dauerausstellung

TRACES OF ABSENCE
Kostas Maros
5 Juni – 31 Juli 2026
Kostas Maros lebt und arbeitet in Basel. In seiner fotografischen Praxis untersucht er Landschaften, urbane Räume und Spuren menschlicher Präsenz. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen dokumentarischer Beobachtung und atmosphärischer Verdichtung und richten den Blick auf Orte, in denen Eingriffe, Bewegungen und Transformationen sichtbar bleiben, auch wenn die handelnden Personen längst verschwunden sind.
In der Ausstellung Traces of Absence bringt Maros die beiden fotografischen Serien Myths of Everyday Life und Cicatrice zusammen. Beide Werkgruppen kreisen um Landschaften als Speicher menschlicher Handlungen und um die Frage, wie sich Zeit, Nutzung und Veränderung in Räume einschreiben. Lichtquellen, architektonische Eingriffe, Zäune oder bearbeitete Oberflächen werden dabei zu stillen Hinweisen auf vergangene Prozesse und Formen menschlicher Einflussnahme.
Myths of Everyday Life bewegt sich zwischen nächtlichen urbanen Szenen, tropischen Landschaften und alltäglichen Situationen. Die Fotografien erzeugen eine dichte, beinahe filmische Atmosphäre, in der Abwesenheit ebenso präsent erscheint wie das Sichtbare selbst. Objekte, Licht und räumliche Konstellationen werden zu Trägern offener Narrationen und subtiler Spannungen. Die Serie Cicatrice richtet den Blick auf die Marmorsteinbrüche von Carrara. Die monumentalen Einschnitte in die Berglandschaft erscheinen zugleich faszinierend und verstörend. Zwischen geologischer Zeit, industrieller Extraktion und kultureller Projektion entstehen Bilder einer Landschaft, die tiefgreifend transformiert wurde und dennoch weiterhin als Ort ästhetischer und wirtschaftlicher Wertproduktion fungiert.

Booth H121
Hebel_121 präsentiert anlässlich der Art Basel eine Verkaufsausstellung mit Arbeiten von internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die in den letzten fast 30 Jahren im Kunstraum ausgestellt haben.
Vernissage:
SA 13. Juni 2026 ab 16 Uhr
Dauer:
SA 13. Juni - 8. August 2026
Offen:
SA 16–18 Uhr und nach Vereinbarung
Während Art Basel jeden Tag ab 16 Uhr und nach Vereinbarung.
Douglas Allsop ● Valerie Arber ● Julia Bünnagel ● Julian Dashper ● Steven Day ● Michèle Degen ● Saeko Ehara ● Shuhei Fukuda ● Daniel Göttin ● Billy Gruner ● Naoki Hotta ● Akio Igarashi ● Alan Johnston ● Sarah Keighery ● Jeremy Kirwan-Ward ● Saori Kuno ● Rossana Martinez ● Yuka Miyazaki ● Olivier Mosset ● John Nixon ● Yukiomi Ogai ● Kenzo Onoda ● Yasuko Otsuka ● Trevor Richards ● Michael Rouillard ● Sasaki ● Alfons Schilling ● Kate Shepherd ● Helen Smith ● Melissa Staiger ● Takashi Suzuki ● David Tremlett ● Jan van der Ploeg ● Lukas Veraguth ● Eiji Watanabe ● Kenji Yanagi

You’re warmly invited to the opening of Secret Garden at Remise on Friday, 12 June 2026, 6–10 pm, presenting a series of new paintings by Prague-based artist Olga Krykun 🌻🌱✨
A longing for joy and sensuality, a touch of melancholy, and memories of figures and characters that animated the stories of our childhood: these are the ingredients Olga Krykun infuses into her paintings.
For her exhibition, Secret Garden, on view from June 12 to August 31, 2026, in Basel, the Prague-based artist has created a handful of new works on canvas. Soft and glowy sunflowers, together with stars that radiate light and hope, await to tap into our subconscious as they transform Remise’s exhibition space into a greenhouse where imagination, emotions, and dreams grow freely.
Remise is a botanical art space – a retreat for artistic speculations and erratic practices – foreseen and run by Sylvan Lanz in Basel.
Olga Krykun – Secret Garden.
Opening: 12 June 2026, from 6 to 10 pm.
Open during Art Basel Week or by appointment.
Running until 31 August 2026.
📍
Remise
Bärenfelserstrasse 20 (Backyard)
4057 Basel
Text: Claudio Vogt

Sunday
6 September
2026
11 AM - 5 PM
The first stage of our crowdfunding campaign will end with a le ventre celebration:
A concert by French singer-songwriter Wooden Wolf!
Bar and Snacks!
Tours of the house, presentation of the intermediate stages of the renovation and an exhibition of historical finds from the house.
Come by! We’d love to see you there!

City SALTS: Lucas Erin – J’arrive!
Solo exhibition in the Cabane
15 Juni – 11 September 2026
Mit einer Intervention von Daisy Lambert
Vernissage
18. Juni 2025, 18–22 Uhr
Während der Art Basel Woche sind alle Ausstellungen täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Eröffnung findet im Rahmen der City SALTS Garden Party statt und beinhaltet ein Live-Konzert von The Choolers Division um 20 Uhr sowie Essen und Getränke.
Lucas Erins Einzelausstellung «J’arrive!» bei City SALTS verwandelt die Cabane im Garten in eine immersive Installation. Die Cabane geht auf Sol Caleros Transformation der ehemaligen Garage im Jahr 2015 in ein karibisch anmutendes Haus zurück. Damit schuf sie einen räumlichen und sozialen Rahmen, der später zu einem Ausstellungsraum umfunktioniert wurde. Lucas Erin aktiviert diese Struktur erneut und entwickelt daraus eine neue Erzählung, die von seinem karibischen Erbe geprägt ist. Lucas Erin ist Träger des Manor Kunstpreises Waadt 2026.
«J’arrive!» wird von Benedikt Wyss und Samuel Leuenberger kuratiert und ermöglicht durch die Unterstützung der Abteilung Kulturförderung Basel-Landschaft.

City SALTS: Shamiran Istifan – Xx, Hekate
Einzelausstellung in der Box
15 Juni – 11 September 2026
Vernissage
18. Juni 2026, 18–22 Uhr
Während der Art Basel Woche sind alle Ausstellungen täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Eröffnung findet im Rahmen der City SALTS Garden Party statt und beinhaltet ein Live-Konzert von The Choolers Division um 20 Uhr sowie Essen und Getränke.
Shamiran Istifans Einzelausstellung «xx, Hekate» bei City SALTS entfaltet sich in unserer Box. Hekate – eine Figur der griechischen Mythologie, die mit Schwellen, Übergängen und Zuständen des Werdens verbunden ist – bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung. Eine Reihe von Zaubersprüchen, die von der Künstlerin verfasst und praktiziert werden, dient dabei als ordnendes Prinzip des Projekts. An Menschen, Objekte, Erinnerungen und alltägliche Situationen gerichtet, materialisieren sich diese Akte der Transformation in den gezeigten Arbeiten. Shamiran Istifan lebt und arbeitet in Zürich und ist Trägerin des Swiss Art Award 2025 sowie des Manor Kunstpreises Aarau 2026.
«xx, Hekate» wird von Benedikt Wyss und Samuel Leuenberger kuratiert und ermöglicht durch die Unterstützung der Abteilung Kulturförderung Basel-Landschaft.

City SALTS: Osama Al Rayyan & Kelly Tissot – Marvelous Persona
Ausstellung in der Garage
15 Jun – 11 Sep 2026
Vernissage
18. Juni 2025, 18–22 Uhr
Während der Art Basel Woche sind alle Ausstellungen täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Eröffnung findet im Rahmen der City SALTS Garden Party statt und beinhaltet ein Live-Konzert von The Choolers Division um 20 Uhr sowie Essen und Getränke.
Die Ausstellung Marvelous Persona des in Basel lebenden syrisch-französischen Künstlerpaares Osama Al Rayyan und Kelly Tissot verwandelt die Garage von City SALTS in eine ortsspezifische Installation. In ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung vereint das Projekt neu entstandene kollaborative Arbeiten und entfaltet sich als fragmentarische Erzählung, die von den unterschiedlichen künstlerischen Praktiken der beiden geprägt ist. Durch Skulpturen, Zeichnungen und digitale Drucke, verbunden durch eine gemeinsame Ausstellungsarchitektur, materialisiert Marvelous Persona eine fiktive Figur, die aus der Überschneidung beider künstlerischer Universen hervorgeht und die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen lässt.
Marvelous Persona wird von Benedikt Wyss und Samuel Leuenberger kuratiert und ermöglicht durch die Unterstützung der Abteilung Kulturförderung Basel-Landschaft, der Ernst und Olga Gubler-Hablützel Stiftung sowie des Kunstkredits Basel-Stadt.

Flowers blooming from our crotches
Inka ter Haar, Maria Mayland, Dominik Geis
16.08.—20.09.2026
Vernissage: 15.08.2026, 18:00
Flowers blooming from our crotches versammelt drei künstlerische Positionen, die sich thematisch und formal immer wieder berühren. Ausgehend von (auto-)biografischen Bezügen suchen wir in Filmen, Videos, Malerei und Grafik Antworten auf das Gefühl der Ohnmacht gegenüber dem antifeministischen und queerfeindlichen Backlash der Gegenwart.
Die Untersuchung und Dekonstruktion von Männlichkeit als Symptom und Problem steht persönlichen Ikonologien gegenüber, die sich auf Sub- und Populärkultur, gesellschaftliche Prägungen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität beziehen. Dabei teilen die Künstler*innen inhaltliche Bezüge in der Auseinandersetzung mit (christlicher) Religion - entweder aus der Untersuchung mit der eigenen Biographie, oder der Kunst- und Kulturgeschichte heraus.

THYLACINE - Mischa Düblin, Fabian Unold
Schein
Seit 07.07.2018 – Permanente Installation
Mischa Düblin (*1973, Basel) und Fabian Unold (*1977, Zürich) arbeiten seit 2004 unter dem Namen «Thylacine» (engl. Beutelwolf) als Künstlerduo zusammen und realisieren orts- und kontextspezifische Arbeiten. Ohne sich auf ein Medium oder eine Form festlegen zu wollen, ergibt sich durch das situationsbedingte Arbeiten des Duos eine Tendenz zum Performativen und zur Installation. Auch das Spiel mit dem Publikum oder der Miteinbezug von weiteren Schauspielern oder Performerinnen sind möglich.
Soziale Gefüge und ökonomische Mechanismen stehen im Zentrum von Thylacines Interesse. Ihre Kunst will nicht in den White Cube, sie funktioniert nicht in und für sich, sondern immer in Beziehung zur realen Welt. Kritisch, politisch und mit einer guten Prise Humor widmen sich die beiden bestimmten Berufsgruppen, untersuchen gesellschaftliche Machtstrukturen und machen sich diese Begebenheiten auch gerne mal zu eigen. Dabei ist ihre Kunst zwar prägnant und konsequent umgesetzt, in der Aussage lässt das Duo jedoch stets absichtlich Raum für Interpretation. Aus einer inhaltlichen aber auch konkret physischen Aneignung resultiert ein authentisches und überzeugendes Involviertsein der Künstler. So setzen sie sich etwa für «Schweigeminute» (2007) eine ganze Stunde dem direkten Strahl einer Schneemaschine aus oder sie pinkeln sich für eine Performance zum Thema Angst gleichzeitig in die Hosen («Stille Wasser», 2008).
Thylacines Projekte, Performances und Installationen gibt es immer nur einmal. Im Artachment sind die beiden Künstler allerdings bereits zum zweiten Mal zu Gast: Vor zehn Jahren haben Mischa Düblin und Fabian Unold auf Einladung von Raphael Bottazzini das allererste Projekt in dem kleinen Häuschen im Kleinhüninger Hafen realisiert. Nach genauem Beobachten der Situation vor Ort schenkte das Künstlerduo diesem damals noch sehr verlassenen und oft von Vandalen heimgesuchten Ort einen Bewohner. Sie installierten eine menschengrosse Puppe so im Häuschen, als würde ein im Raum sitzender Mann durch das Fenster an der Rückwand Fische angeln. Durch seinen neuen Bewohner wurde der Ort plötzlich wohnlich, wirkte eingerichtet und erhielt eine Verbindung zur Aussenwelt. Die Situation war so subtil (es gab keine Vernissage und keinen Hinweis auf das Kunstprojekt) und gleichzeitig derart realistisch, dass Passanten darauf aufmerksam wurden und die Polizei anriefen.
Heute, zehn Jahre später, sind Thylacine wieder da und stellen zeitgleich mit Roman Signer aus. Mit der neu entwickelten Arbeit «Schein» (2018) thematisieren die beiden das Aufeinandertreffen mit dem renommierten Schweizer Künstler, aber auch den 10-jährigen Geburtstag des Kunstraums: Dazu hängen sie einen Theaterscheinwerfer in einen Baum neben dem Kunstraum und versehen ihn mit einer Zeitschaltuhr, welche das An- und Ausschalten des Lichts in einem vordefinierten Rhythmus regelt. Ein Scheinwerferlicht bestrahlt normalerweise eine Attraktion, ein Star tritt darin auf, etwas Wichtiges erhält eine Bühne ... Doch das von Mischa Düblin und Fabian Unold installierte Spotlight schiesst (scheinbar) am Ziel vorbei. Der Lichtkegel beleuchtet weder das Jubiläum feiernde Häuschen, noch die Installation von Roman Signer, noch das Publikum. Die einzige Verbindung zum Haus bildet ein Stromkabel. Ansonsten bleibt Thylacines künstlerischer Eingriff im Grunde immateriell. «Schein» beleuchtet eine leer gebliebene Bühne, einen Unort, eine Lücke und wird damit zum eigenartigen und erfrischend nicht eindeutigen Hinweis.
Text: Lena Friedli
Fotos: Claude Gasser
www.thylacine.ws

Roman Signer
Platz ist in der kleinsten Hütte. Für was? Zum Fliegen natürlich.
Permanente Installation seit 07.07.2018
Roman Signer (*1938, St. Gallen) versteht sich als Bildhauer – ein Bildhauer allerdings, der seine Skulpturen um die Dimension der Zeit erweitert. Mit seinen Ereignissen und Installationen arbeitet der Künstler seit den 1970er-Jahren voller Spielwitz an einer Neudefinition der Skulptur. Er bezieht Zeit, Energie, Beschleunigung und Veränderung mit in den skulpturalen Prozess ein und erkundet damit konsequent, spielerisch und immer wieder neu die Möglichkeiten dieses ursprünglich statischen Mediums. Das Resultat seiner Untersuchungen sind oft vergängliche Arbeiten, die in Fotoserien, Film- oder Videoaufnahmen dokumentiert werden. Die wichtigsten Werkstoffe Roman Signers bilden die vier Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft. Ihre Beschaffenheit und Qualitäten ergründet der Ostschweizer mit beeindruckender Präzision und Ausdauer. So lässt er etwa durchlöcherte Kajaks mit Wasser volllaufen, katapultiert Möbelstücke durch den Raum oder legt eine kilometerlange Zündschnur quer durch die Ostschweiz.
Der besondere Ort des von Raphael Bottazzini initiierten Artachments inspirierte den Künstler nicht nur zur Teilnahme an der Jubiläumsausstellung sondern auch zu einer Aktion vor Ort, zu einem «Ereignis», wie Roman Signer seine Aktionen selbst nennt. Es hat Platz in der Hütte und Roman Signer nimmt ihn ein: Mit Schutzbrille und Helm, vor der Vernissage und ohne Publikum, begibt er sich in das Häuschen. Darin bedient er sich eines so genannten Quadrokopters*, welchen er mit einem Pinsel mit blauer Farbe versieht. Mit diesem Arrangement aus Flugobjekt und Malinstrument navigiert er durch das Häuschen und malt blaue Punkte an dessen Decke. Das ganze Vorgehen ist nicht ungefährlich, weshalb sich der Künstler die erwähnte Schutzmontur anzieht. Von der Handlung übrig bleibt die bemalte Decke und auch das Instrumentarium lässt der Künstler zurück. Das fertige Werk wiederum definiert er als Installation: Auf dem Regal im Häuschen liegend verweisen die Objekte auf die vergangene Handlung. Das Publikum darf die Hütte betreten und sich das Geschehene zusammenreimen. An das erzählerische Moment dieser kleinen Geschichte knüpft auch der Titel des Werks passend an: «Platz ist in der kleinsten Hütte.» «Für was?» «Zum Fliegen natürlich.» Es ist ein Kurzdialog zwischen dem Künstler und einem fiktiven Gegenüber, der eigentlich alles sagt.
Mit der Bemalung der Decke indes verweist Signer durch eine simple Geste auf die berühmte und von künstlerischer Könnerschaft geprägten Gattung der Deckenmalerei. Roman Signers Deckenbemalung wiederum, so könnte man weiterinterpretieren, adelt das kleine Häuschen zu mehr als einer Hütte: Durch die blauen Tupfer wird es zu einer Kapelle für die Kunst.
* Was im Volksmund als Drohne bezeichnet wird, ist im Fachjargon ein Quadrokopter (ein mit 4 Rotoren versehener, fernsteuerbare Helikopter). Der Begriff «Drohne» wird somit etwa in Modellfliegerkreisen ungern gehört, weil eine Drohne jene Helikopter bezeichnet, die im Krieg zum Einsatz kommen und töten können. Das Objekt, welches Roman Signer zum Fliegen und zum Malen verwendet, ist jedoch ein Arbeitswerkzeug, oder wie er selbst sagt: «Ein friedliches Ding mit einem fliegenden Pinsel.»
Text: Lena Friedli
Fotos: Claude Gasser
www.romansigner.ch

Raphael Bottazzini
Bank & Stapel
Seit 01.01.2023 – ongoing
Die Bank würdigt nicht, sie zeigt Namen in ihrer Vielfalt, der Vielfalt, die die Gesellschaft hervorbringt. Die Bank ist seit 2023 aktiv und folgt der Doktrin, dass jede Person genannt werden darf. Von den drei Brettern wird jeden Monat eines ausgewechselt. Die abgenommen Bretter bilden abseits, fortlaufend einen Stapel im Ausstellungraum Artachment in Basel. Die Namen werden von verschiedenen Personen, die untereinander nicht abgesprochen handeln, ausgesucht und in die Arbeit eingebracht. Durch dieses Verfahren wird die Bank zu einem Sammelbecken von Namen und folgt keiner ideologischen Ausrichtung. Die kuratorische Arbeit beschränkt sich lediglich auf die Zusammensetzung jeweils zweier Namen auf einem Brett. Die grössere offensichtliche Willkür der Namenszusammenhänge entsteht durch das monatliche Anbringen eines neuen Brettes. Dabei vermischen sich die neuen Namen mit den alten, wodurch sich kontinuierlich auf der ganzen Bank neue Konstellationen ergeben.
Das Unternehmen Mitte ist nicht Teil der Arbeit und hat kein Mitspracherecht.
Raphael Bottazzini
Was ist ein Name? Kann ein Name ohne Kontext eingeordnet werden? Welche Spannungen werden durch Bank&Stapel sichtbar und erzeugt? Kann ein Kunstwerk auf privatem Grund wirklich privat sein, wenn es für die Öffentlichkeit sichtbar ist? Kann man von einer Gegenüberstellung zweier Namen sprechen, wenn auf der Bank insgesamt sechs Namen stehen? Hätte man die Gewichtung eines Komitees hinterfragt, wenn ein Glücksverfahren eingesetzt worden wäre? Welche Verantwortung trägt der Künstler in der Arbeit Bank&Stapel? Worin unterscheidet sich Meinungsfreiheit von Kunstfreiheit? Soll Kunst sich erklären? Ist Kunst von Natur aus politisch oder wird sie politisiert?