Kalender

Veronika Pot - Still Air / Bewegte Luft
Opening Do 27.08. 18–20h
Artist talk Fr 28.8. 15h
⛳️ Postpassage 9 / 4051 Basel

Plastikzeit – Performance mit Publikum
Mit Abril Padilla
29.8. // 15h @kunsttagebasel
Das Publikum ist eingeladen, die Klänge der Kunststoffe zu entdecken, die uns im Alltag umgeben.
Zwischen 15 und 17 Uhr wird die Künstlerin gemeinsam mit den Besucher*innen zu verschiedenen Zeitpunkten eine „Kunststoffmusik“ erschaffen.
Es handelt sich um klangliche Erkundungen eines Materials, das wir gerne recyceln oder zerlegen würden. Kommt vorbei, entdeckt, spielt mit – und vielleicht gelingt es uns ja endlich, uns davon zu verabschieden.
Abril Padilla – Klangkünstlerin, Performerin (abrilpadilla.net)
@grenztherapie

Open Studios & ADW11 Sommerfest 2026
during Kunsttage Basel
Sat 29.8.2026, 15-22:00
with B-N-L Editions, Carla Patricia Kojich, Daniela Brugger, Daniel Kurth, distro, Fanny Adriana Dunning & Nolan Lucidi & Ange-Frédéric Koffi, HJITP, Ivan Mitrovic, Jeremias Fries, Jonas Huldi, Karin Borer, Lorin Brockhaus, Melissa Absarah Torres, Momu & No Es, Mumenthaler Works, Nadia Rohozhyna, Nina Brügger, Olivia Vidovic, Sebastiaan Maes, Stretcher, Yann Slattery, Yves Moehrle
& Bar & Sound & Performance & «Market-place» with Linn Nora Henz, Stretcher & 18:00 «Zeitsparkasse» Release with contributions by Bernhard Hegglin, Luzie Meyer, Hallvard Nuland, Edit Oderbolz, Nicolas Ponce, Olivia Vidovic, Arnaud Wohlhauser, Stretcher
& more
Auf dem Wolf 11
CH-4052 Basel

GIADA GOLLIN – LONG LIVE THE ANCESTORS
26.8.–30.8. 2026
Opening: 26.8., 18–22h
Fasan, Contemporary Art & More
Riehenring 185
4058 Basel

Lust*Art: Space Eggs
an Exhibition by KASKO and Lust*Streifen Film Festival during Kunsttage Basel
Mit | With Joaquina Salgado, Noa Steiner, Collective Office (mara ittel, isa weber, cris e. fidelis, ros del olmo and dagmar dirkx), Lean Rüegg (Lean Rüegg, Odesa Varen, Pam Meyer), Lenn Bjoerk Jo and Ulaş Ekin Toprak. Kuratiert durch | Curated by Pietro Vitali & Soraya Oriana Blumer
Fr 28.8.26 | 13–22 h
Öffnungszeiten | Opening Hours
Sa 29.8.26–So 30.8.26 | 11–20 h
Öffnungszeiten | Opening Hours
Fr 28.8.26 | 17–22h
Would you like to wear my coat? – A queer bar
Opening and interactive installation by Brussels-based office collective
Sa 29.8.26 | 19–19:30 h
the bones you break, bend in revenge
Performance by Lean Rüegg
So 30.8.26 | 18–19 h
wall is the horizon
Performance by Lenn Bjoerk Jo and Ulaş Ekin Toprak
DE
Lust*Art 2026 präsentiert unter dem Titel «Space Eggs» eine zarte Konstellation aus Queerness und introspektiven Gedanken. Mit «Space Eggs» beziehen wir uns auf die Existenz einer queeren Person in einer fremden Welt und die vielen Möglichkeiten, sich mit einer schützenden Hülle zu umgeben: das Gefühl einer schimmernden, gelatinösen, sich verwandelnden Eierschale; eine formbare, glitzernde Blase um die eigenen Gefühle herum - um den Körper, um die eigene Ästhetik. Eine materielle Utopie, die die Identität schützt, in der die Entscheidung, was man hereinlässt – oder durchscheinen lässt –, ganz allein beim einem Selbst liegt.
Das Kunstwerk «Would you like to wear my coat? – A queer bar» des Kollektivs Office fungiert als Schleuse und lädt die Besucher dazu ein, miteinander zu reden, zu flirten und zu tanzen und so in die Welt queerer Realitäten einzutauchen. Der Raum öffnet sich dann zu den installativen Werken von Noa Steiner und Joaquina Salgado die das KASKO mit fragilen Beziehungen, textile Intimitäten und digitale Persönlichkeiten beleben sowie ausserirdisch anmutende Raumschiffe heraufbeschwören, die die Besucher*innen in eine alternative Realität entführen.
Space Eggs wird dann auch von der Sprache performativer Interventionen getragen. Lean Rüegg vertritt das Teilen von verkörpertem Wissen und Intimitäten als Strategie des politischen Widerstands. Mit Briefen und Performances inszenieren die Künstler:innen Lenn Bjoerk und Ulas Ekin Toprak eine Lesung, die von der harten Realität der Isolation und den Angriffen auf Geflüchtete, Queers und Transgender-Personen erzählt. Ihre Arbeit, die eine dystopische Machtübernahme durch rechte Kräfte imaginiert und sich vorstellt, dass queere Körper von der Erde verbannt und als Flüchtlinge im Weltraum bewertet werden, hat die Idee von Space Eggs direkt beeinflusst. Der Verweis wird zu einem Akt des Widerstands und einer Aneignung des Weltraums selbst: Unsere Hüllen sind zart-harte Gefässe für Überleben, Identität und Trotz.
EN
Lust*Art 2026, under the title Space Eggs, will showcase a tender constellation of queerness and introspective thoughts. With Space Eggs, we refer to the existence of a queer person in an alien world and the many ways one surrounds oneself with a protective shell: the feeling of a jelly-like, shimmering, morphing eggshell; a plasmable, glistening bubble around one’s feelings, body, and appearance. A material utopia that safeguards identity, where the choice of what to let in – or shimmer through – rests entirely within the self.
Acting as a sluice, the artwork «Would you like to wear my coat? – A queer bar» by collective Office invites visitors to talk, flirt and dance together entering into the realm of queer realities. The space then opens up to the installation works by Noa Steiner and Joaquina Salgado, which enliven KASKO with fragile relationships, textile intimacies, and digital personas, while also conjuring up otherworldly-looking spaceships that transport visitors into a galactic reality.
«Space Eggs» is also underpinned by the language of performative interventions. Lean Rüegg advocates for the sharing of embodied knowledge and intimacies as a strategy of political resistance. Through letters and performances, artists Lenn Bjoerk and Ulas Ekin Toprak stage a reading that recounts the harsh reality of isolation and the attacks on refugees, queer people, and transgender individuals. Their work—which imagines a dystopian takeover by right-wing forces and envisions queer bodies being banished from Earth and classified as refugees in space—has directly influenced the concept of Space Eggs. This reference becomes an act of resistance and a reclamation of space itself: our shells are delicate yet resilient vessels for survival, identity, and defiance.

Freitag – Sonntag, 28.–30. August 2026
In der grossen Garage im Franck Areal
Visarte Region Basel rückt an den Kunsttagen Basel Werke ihrer ältesten Mitglieder ins Zentrum: Sämi Buri, Regula Huegli, Rose-Marie Joray-Muchenberger, Dadi Wirz, Rene Küng, Antje Ladewig, Hans Rémond, Ursula Salathé, Elisabeth Stalder und Romy Weber.
Gezeigt werden sie auf dem Franck-Areal, einem ehemaligen Industrieort mit rauer Atmosphäre. Gewachsene Positionen treffen auf neue Formate mit Performances, Jugendprojekt und generationenübergreifendem Podium. Gespräche mit den ausstellenden Künstler:innen vertiefen den Blick auf ihre Kunst im Heute. Eine Hommage widmen wir zudem den verstorbenen Mitgliedern: Peter Baer, Sämi Eugster, Ezio Sormani, Regula Suter-Räber, Christian Wittwer.
Visarte Region Basel richtet an den Kunsttagen Basel den Blick bewusst auf ihre ältesten Mitglieder zwischen 85 – 97 Jahren – und macht daraus ein vielschichtiges Projekt über Zeit, Erfahrung und Gegenwart. Namen wie Sämi Buri, Regula Huegli, Rose-Marie Joray-Muchenberger, Dadi Wirz, Rene Küng, Antje Ladewig, Hans Rémond, Ursula Salathé, Elisabeth Stalder und Romy Weber stehen für künstlerische Positionen, die über Jahrzehnte gewachsen sind und die regionale Kunstszene mitgeprägt haben und immer noch mitprägen. Ihre aktuellen Arbeiten werden auf dem Franck-Areal – einem ehemaligen Industrieareal mit rauer, authentischer Architektur – in einer grossen vormaligen Feuerwehrgarage gezeigt.
Die Künstlerin und poet Birgit Kempker führt Gespräche mit den beteiligten Künstler:innen. Ihre Arbeit im Heute, der Umgang mit Zeit sowie Kontinuität und Veränderungen im künstlerischen Prozess. Die Gespräche sind als Hörstationen in der Ausstellung zugänglich.
Ergänzt wird die Ausstellung durch eine Hommage an die fünf im 2025 verstorbenen Mitglieder: In Absprache mit den Familien werden die künstlerischen Positionen einbezogen, sei es in Form von Arbeiten oder als Würdigung ihrer künstlerischen Biografien. Diese Beiträge von Christian Wittwer, Künstler (*1954), Samuel Eugster, Künstler (*1938), Ezio Sormani, Architekt (*1944), Peter Baer, Künstler (*1936) und Ehrenmitglied Regula Suter-Räber, Kunsthistorikerin (*1937) bilden eine eigene Erinnerungsebene und verweisen auf künstlerische Lebenswerke, die bis heute nachwirken.
Konzept, Koordination und Kuration: Melanie Kuratli und Sabine Gysin.
Vernissage:
Freitag, 28. August 2026 um 15.00 Uhr
Mit Begrüssung, Einführung und Rundgang
Unterwegs im geheimen Archiv der Spuren:
Samstag, 29. August 2026 von 11.00 – 14.00 Uhr
Generationen-Workshop für Kinder von 7 – 14 Jahren.
Auch Kind in Begleitung als Tandem mit einer erwachsenen Person möglich.
Leitung Flavia Spichtig. Kostenlos.
Anmeldung: info@visarte-basel.ch
Kooperation mit K‘Werk Bildschule, Schule für Gestaltung Basel
LEGS:
Samstag, 29. August 2026 ab 14.30 bis 18.00
Matinée visionnaire:
Sonntag, 30. August von 11:30 – 13:00 mit Apéro
GENERATIONEN – KOMPASS, ein Podium und Gespräch mit dem Publikum
Öffnungszeiten:
Freitag, 28. August von 13.00 –18.00
Samstag, 29. August von 11.00 – 20.00
Sonntag, 30. August von 11.00 – 18.00
Ort:
Garage im Franck Areal
Horburgstrasse 105 im Innenhof
Eingang Ecke Horburgstrasse / Riehenring
4057 Basel

PAIN OF OPPRESSION
28.08.–30.08.2026
Videoscreenings as part of Kunsttage Basel.
With:
Parvez, Sibylle Feucht, Ingrid Roscheck, Markus Goessi, Benedict Bettermann, Vanessa Gageos, Raphael Reichert
Opening hours: 10–16h
Voltage Basel
Mülhauserstrasse 48
4056 Basel

You’re warmly invited to the opening of Secret Garden at Remise on Friday, 12 June 2026, 6–10 pm, presenting a series of new paintings by Prague-based artist Olga Krykun 🌻🌱✨
A longing for joy and sensuality, a touch of melancholy, and memories of figures and characters that animated the stories of our childhood: these are the ingredients Olga Krykun infuses into her paintings.
For her exhibition, Secret Garden, on view from June 12 to August 31, 2026, in Basel, the Prague-based artist has created a handful of new works on canvas. Soft and glowy sunflowers, together with stars that radiate light and hope, await to tap into our subconscious as they transform Remise’s exhibition space into a greenhouse where imagination, emotions, and dreams grow freely.
Remise is a botanical art space – a retreat for artistic speculations and erratic practices – foreseen and run by Sylvan Lanz in Basel.
Olga Krykun – Secret Garden.
Opening: 12 June 2026, from 6 to 10 pm.
Open during Art Basel Week or by appointment.
Running until 31 August 2026.
📍
Remise
Bärenfelserstrasse 20 (Backyard)
4057 Basel
Text: Claudio Vogt

ROOTS AND MIRRORS
Dialogues between Metal, Light and Life
Roots and Mirrors presents the sculptural work of Mexican artist Mario Castellanos, whose metal sculptures are inspired by the visual and symbolic traditions of Oaxaca. Animals, plants and totems emerge as powerful yet enigmatic forms that connect memory, nature and culture.
During his residency at FABRIKculture in Hegenheim, Mario Castellanos collaborates with artist Katherine Newton. Sculpture, light, sound and performance enter into dialogue, opening new perspectives on movement, space and perception.
The exhibition also has a personal dimension: the two artists are partners and are expecting a child. Their different cultural backgrounds and experimental approaches come together in a shared artistic language.
The exhibition is accompanied by poetry from Oaxacan poet and writer Natalia Toledo, whose texts, written in both Spanish and Zapotec, weave together nature, memory and identity.
All works exhibited are available for purchase.
Programme
🪨 Opening
August 22, from 4 PM
Music and reading
🪨 Special event
August 29, from 4 PM
Music and performances
with Samia Chancrin, Mario Castellanos, Sasha Katsalap, Agnes Leclaire, Fernando Manassero, James Newton,
Katherine Newton and Paks
🪨 Special event
September 5
Food, film and music
🪨 Closing
September 6
🪨 Opening hours
Saturday + Sunday, 11 AM–8 PM
Sunday, 3 PM guided tours
🪨 Location
FABRIKculture
Rue de Bâle 60
68220 Hegenheim
France

Sunday
6 September
2026
11 AM - 5 PM
The first stage of our crowdfunding campaign will end with a le ventre celebration:
A concert by French singer-songwriter Wooden Wolf!
Bar and Snacks!
Tours of the house, presentation of the intermediate stages of the renovation and an exhibition of historical finds from the house.
Come by! We’d love to see you there!

City SALTS: Lucas Erin – J’arrive!
Solo exhibition in the Cabane
15 Juni – 11 September 2026
Mit einer Intervention von Daisy Lambert
Vernissage
18. Juni 2025, 18–22 Uhr
Während der Art Basel Woche sind alle Ausstellungen täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Eröffnung findet im Rahmen der City SALTS Garden Party statt und beinhaltet ein Live-Konzert von The Choolers Division um 20 Uhr sowie Essen und Getränke.
Lucas Erins Einzelausstellung «J’arrive!» bei City SALTS verwandelt die Cabane im Garten in eine immersive Installation. Die Cabane geht auf Sol Caleros Transformation der ehemaligen Garage im Jahr 2015 in ein karibisch anmutendes Haus zurück. Damit schuf sie einen räumlichen und sozialen Rahmen, der später zu einem Ausstellungsraum umfunktioniert wurde. Lucas Erin aktiviert diese Struktur erneut und entwickelt daraus eine neue Erzählung, die von seinem karibischen Erbe geprägt ist. Lucas Erin ist Träger des Manor Kunstpreises Waadt 2026.
«J’arrive!» wird von Benedikt Wyss und Samuel Leuenberger kuratiert und ermöglicht durch die Unterstützung der Abteilung Kulturförderung Basel-Landschaft.

City SALTS: Shamiran Istifan – Xx, Hekate
Einzelausstellung in der Box
15 Juni – 11 September 2026
Vernissage
18. Juni 2026, 18–22 Uhr
Während der Art Basel Woche sind alle Ausstellungen täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Eröffnung findet im Rahmen der City SALTS Garden Party statt und beinhaltet ein Live-Konzert von The Choolers Division um 20 Uhr sowie Essen und Getränke.
Shamiran Istifans Einzelausstellung «xx, Hekate» bei City SALTS entfaltet sich in unserer Box. Hekate – eine Figur der griechischen Mythologie, die mit Schwellen, Übergängen und Zuständen des Werdens verbunden ist – bildet den Ausgangspunkt der Ausstellung. Eine Reihe von Zaubersprüchen, die von der Künstlerin verfasst und praktiziert werden, dient dabei als ordnendes Prinzip des Projekts. An Menschen, Objekte, Erinnerungen und alltägliche Situationen gerichtet, materialisieren sich diese Akte der Transformation in den gezeigten Arbeiten. Shamiran Istifan lebt und arbeitet in Zürich und ist Trägerin des Swiss Art Award 2025 sowie des Manor Kunstpreises Aarau 2026.
«xx, Hekate» wird von Benedikt Wyss und Samuel Leuenberger kuratiert und ermöglicht durch die Unterstützung der Abteilung Kulturförderung Basel-Landschaft.

City SALTS: Osama Al Rayyan & Kelly Tissot – Marvelous Persona
Ausstellung in der Garage
15 Jun – 11 Sep 2026
Vernissage
18. Juni 2025, 18–22 Uhr
Während der Art Basel Woche sind alle Ausstellungen täglich von 12 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Eröffnung findet im Rahmen der City SALTS Garden Party statt und beinhaltet ein Live-Konzert von The Choolers Division um 20 Uhr sowie Essen und Getränke.
Die Ausstellung Marvelous Persona des in Basel lebenden syrisch-französischen Künstlerpaares Osama Al Rayyan und Kelly Tissot verwandelt die Garage von City SALTS in eine ortsspezifische Installation. In ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung vereint das Projekt neu entstandene kollaborative Arbeiten und entfaltet sich als fragmentarische Erzählung, die von den unterschiedlichen künstlerischen Praktiken der beiden geprägt ist. Durch Skulpturen, Zeichnungen und digitale Drucke, verbunden durch eine gemeinsame Ausstellungsarchitektur, materialisiert Marvelous Persona eine fiktive Figur, die aus der Überschneidung beider künstlerischer Universen hervorgeht und die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen lässt.
Marvelous Persona wird von Benedikt Wyss und Samuel Leuenberger kuratiert und ermöglicht durch die Unterstützung der Abteilung Kulturförderung Basel-Landschaft, der Ernst und Olga Gubler-Hablützel Stiftung sowie des Kunstkredits Basel-Stadt.

Ausstellung von Cécile Baumgartner Vizkelety und Matías Serrano Acevedo
AUSSTELLUNGSZEITRAUM
Fr 28. August – Fr 18. September 2026
VERNISSSAGE
Do 27. August, 19 Uhr
ROUND TABLE
Fr 28. August, 19 bis 21 Uhr
Thema: Artist Residency Decolonial (E/PT)
mit Vandria Borari (Indigenous Artist) und Carolina Brunelli (Künstlerische Leiterin von DOCK)
ARTIST TALK
Sa 29. August, 16 bis 18 Uhr
mit Cécile Baumgartner Vizkelety & Matías Serrano Acevedo (E/ES)
Das Kunstprojekt «Reclaim Regional» ist aus einer Zusammenarbeit von DOCK und dem Museo de Artes Visuales MAVI UC entstanden. Es untersucht Fragen von Zugehörigkeit, Sichtbarkeit sowie kultureller Vielfalt und hinterfragt koloniale Strukturen in Künstler:innenresidenzen und Migration.
Im Rahmen einer Residenz in Basel arbeiten die Schweizer Künstlerin Cécile Baumgartner Vizkelety und der chilenische Künstler Matías Serrano Acevedo zusammen. Dabei dient der Aufenthalt als Ausgangspunkt für einen gemeinsamen künstlerischen Forschungsprozess.

Flowers blooming from our crotches
Inka ter Haar, Maria Mayland, Dominik Geis
16.08.—20.09.2026
Vernissage: 15.08.2026, 18:00
Flowers blooming from our crotches versammelt drei künstlerische Positionen, die sich thematisch und formal immer wieder berühren. Ausgehend von (auto-)biografischen Bezügen suchen wir in Filmen, Videos, Malerei und Grafik Antworten auf das Gefühl der Ohnmacht gegenüber dem antifeministischen und queerfeindlichen Backlash der Gegenwart.
Die Untersuchung und Dekonstruktion von Männlichkeit als Symptom und Problem steht persönlichen Ikonologien gegenüber, die sich auf Sub- und Populärkultur, gesellschaftliche Prägungen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität beziehen. Dabei teilen die Künstler*innen inhaltliche Bezüge in der Auseinandersetzung mit (christlicher) Religion - entweder aus der Untersuchung mit der eigenen Biographie, oder der Kunst- und Kulturgeschichte heraus.

FRAGMENTS OF CONVERSATION
In Kooperation mit dem Atelier Mondial und Kunsttage Basel
Herzliche Einladung zur Vernissage:
Mittwoch, 26. August, 18 Uhr
Öffnungszeiten:
Donnerstag/Freitag: 11 – 18 Uhr
Samstag: 14 – 18 Uhr
Finissage: Samstag, 26. September, 14 –18 Uhr
Während der Kunsttage Basel (27.08. – 30.08.2026):
Donnerstag – Sonntag, 11 – 18 Uhr
Künstler:innen: Sixte Kakinda, Mónica Iturribarría, Keabetswe Boccomino und Kwaku Dapaah Opoku, Till Langschied, Livia Kern und Remo Schluep
Fragments of Conversation versammelt Arbeiten von Sixte Kakinda, Mónica Iturribarría, Keabetswe Boccomino und Kwaku Dapaah Opoku, Till Langschied, Livia Kern und Remo Schluep – Künstler*innen, die alle im Rahmen des Austauschprogramms Atelier Mondial unterwegs waren.
Die Ausstellung fragt danach, wie Kommunikation auch unter schwierigen kulturellen, politischen oder persönlichen Bedingungen möglich bleibt – und welche Fragmente von Begegnung, Erinnerung und Verständigung daraus entstehen. Viele der gezeigten Arbeiten bewegen sich zwischen persönlicher Erfahrung und gesellschaftlicher Realität.
Mónica Iturribarría gründete in Oaxaca einen Stick-Club, nachdem ihr Bruder infolge einer drogenbedingten Psychose sein Leben verloren hatte; das gemeinsame Sticken wird bei ihr zu einer Form von Trauerarbeit und Solidarität. Sixte Kakinda aus Kampala erforscht die Linie als Grenze und Raum der Begegnung; in seiner Textilserie interpretiert er die Flagge der Demokratischen Republik Kongo mithilfe von Jute und Stickerei neu, als sich ständig wandelndes Archiv kollektiver Identität. Till Langschied untersucht in Skulptur, Video und Installation die Entfremdung innerhalb globalisierter Warenströme und die fragile Beziehung zwischen analogen und virtuellen Räumen. Die Kulturvermittlerin Keabetswe Boccomino präsentiert mit «Order from the Loom» einen Code-basierten Webstuhl des Ghanaischen Künstlers Kwaku Dapaah Opoku und beleuchtet damit Fast Fashion, Zeit und handwerkliches Wissen. Livia Kern und Remo Schluep schliesslich fragen in ihren Videoaufnahmen aus Okinawa, wie Tanz die Fürsorge für Gemeinschaft und Umwelt beleben kann.
Die Ausstellung versteht sich als offener Dialograum: eine Sammlung von Gesten, Bewegungen, Zeichen und Geschichten, die zeigen, dass Austausch selbst dort weiterbesteht, wo Sprache, Politik oder geografische Distanz an ihre Grenzen gelangen.
Kuration: Isabel Balzer und Alexandra Stäheli
Ort: Artstübli – Kunst & Kultur, Steinentorberg 28, 4051 Basel
Öffnungszeiten:
Donnerstag/Freitag, 11 – 18 Uhr; Samstag, 14 – 18 Uhr
Finissage: Samstag, 26. September, 14 – 18 Uhr
Während der Kunsttage Basel (27.08. – 30.08.2026): Donnerstag – Sonntag, 11 – 18 Uhr
Programm Kunsttage Basel
Jeden Tag während der Kunsttage, Führung um 16 Uhr, Präsentation des Webstuhls um 16.30 Uhr
In Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Mulhouse. Wir danken der Christoph Merian Stiftung und dem Südkulturfonds für die Unterstützung.

Market-place
Linn Nora Henz
21.8.–3.10.2026
Opening: Friday 21.8. from 6pm
Stretcher
Auf dem Wolf 11
CH-4052 Basel
Mon & Sat 1-6pm
www.strrretcher.ch
Kunsttage Basel Weekend (28. - 30.8.)
Open from 11am - 6pm

Isaak Altinyay
TonBildTonBildTonBild
Vernissage:
SA 29. August 2026 ab 16 Uhr
mit Soundperformance
Offen:
SA 16 - 18 Uhr
und nach Vereinbarung
Isaak Altinyay ist ein junger bildender Künstler und Designer. Er machte während seines Studiums und seinen Ausstellungen an der Hochschule für Kunst am Rhein (HEAR) in Mulhouse auf sich aufmerksam, wo er den Studiengang Bildende Kunst absolvierte. Obwohl er kein traditioneller Maler mit einer langen institutionellen Laufbahn ist, wurde seine Arbeit bereits in bedeutenden Gruppenausstellungen präsentiert. Er arbeitet an der Schnittstelle von Material, Klang und Bild.

Valuables
Natacha Donzé, Matthias Liechti, Boris Rebetez, Renée Steffen, Raphael Stucky, Li Tavor, Babette Walder
28.08.2026–31.10.2026
Opening: 28.08.2026 18–22h
Magazine Release & Hammer Band: 31.10.2026 11–17h
Kunsttage Basel: 28.08.2026 13–18h 29.&30.08.2026 11–18h

Go closer - John Berger Through His Art
12. September – 31. Oktober 2026
Im Jahr 2026 wird weltweit mit zahlreichen Veranstaltungen an John Berger (1926–2017) erinnert: der britische Schriftsteller, Kunstkritiker, Maler und Drehbuchautor, der marxistische Gesellschaftsanalyse mit Kunst- und Literaturkritik verband, würde heuer 100 Jahre alt werden. Mit Konferenzen, Symposien und neuen Übersetzungen seiner Werke wird der bedeutende Einfluss dieses aussergewöhnlichen Mannes dokumentiert. Als Zeichner, Drehbuchautor und Geschichtenerzähler nährte John Berger sein kritisches Denken ein Leben lang mit seinem kreativen Schaffen. Er bewegte sich frei zwischen den verschiedenen Medien und kümmerte sich nie um die Grenzen zwischen den Genres. Seine frühe Ausbildung an der Kunsthochschule führte dazu, dass er sich eher auf die Seite der Kunstschaffenden stellte als auf die der institutionellen Denker. Dieses sein künstlerisches Schaffen ist der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt, und hier setzt die Ausstellung an.
Die multimediale Ausstellung vereint Dokumentarfilme, Zeichnungen, Gemälde und Texte des britischen Künstlers und Denkers. Die Räume der Villa sind nach denjenigen Themen gegliedert, die in seinem Werk eine zentrale Rolle spielen – die Welt der Arbeit, die Lage der Bauern, Dialog und Zusammenarbeit, Widerstand und der Kampf für die Emanzipation der Völker, aber auch persönliche oder brieflichen Begegnung mit Kunstschaffenden und Freund:innen – und bietet so einen facettenreichen Einblick in das freigeistige Denken von John Berger, der sein Leben lang eine Sozialgeschichte der Kunst konstruierte, die sowohl intim als auch universell war.
Der gewählte Titel «Go Closer – John Berger Through his Art» unterstreicht das zentrale Ziel, das John Berger mittels verschiedener Medien stets verfolgte: den Menschen und ihren Tätigkeiten näher zu kommen, sie zu beobachten und zu beschreiben, um ihre Eigenschaften zu verstehen.
Die Vermittlung einer einzigartigen kreativen Denkweise und einer dezidierten politischen Haltung steht daher im Mittelpunkt dieses Projekts, das sich gerade auch an die jüngere Generation richtet, die in verschiedenen Dialogformaten an der Thematik partizipieren kann.
Kurator:innen:
Yves Berger
Isaac Klotz White
Franziska Stern-Preisig

Roy Lichtenstein Wochenend-Workshopreihe
Als freudige Reaktion auf die Sammlung von Roy-Lichtenstein-Drucken, die vom 22.08.2026 bis 14.03.2027 im Kunstmuseum Basel zu sehen ist, präsentiert druckwerk Basel eine Reihe experimenteller Druckworkshops von ein bis zwei Tagen Dauer.
Pop-Motive & Drucktechniken / 1-Tages-Workshop
Im Geiste der Zusammenarbeit zwischen Graphicstudio und Roy Lichtenstein bei der Produktion der Serie Brushstroke Figures lädt dieser Workshop dazu ein, verschiedene Druckverfahren zu erkunden.
Indem Pop-Motive – Punkte, Diagonalen und Pinselstriche, wie sie in den Graphicstudio-Drucken zu sehen sind – mit unterschiedlichen Drucktechniken umgesetzt werden, erhalten die Teilnehmenden ein Gefühl für die Unterschiede der Verfahren und entdecken zugleich deren Potenzial.
Let’s Ben-Day! / 2-Tages-Workshop
In den 1880er-Jahren patentiert, waren die sogenannten «Ben-Day mechanische Tönungen» Werkzeuge für Illustrator:innen, um Linien, Schattierungen, Schraffuren und vor allem Rasterpunkte schnell umzusetzen. In stilisierter und vergrösserter Form wurden diese Elemente später zu zentralen Bestandteilen von Roy Lichtensteins Pop-Vokabular.
Mit der Collagraphie-Technik und Fundmaterialien bauen die Teilnehmenden eine eigene Sammlung von Schattierungsmedien auf. Sie untersuchen, wie durch Überdrucken der Platten und durch das Gegenüberstellen von Farben komplexere Muster entstehen. Anschliessend wird erforscht, wie sich diese Erkenntnisse zur Bildgestaltung einsetzen lassen.
Programm
So, 13. September Pop-Motive & Drucktechniken / 1-tägiger Workshop / 120 CHF
Sa, 17. / So, 18. Oktober Let’s Ben Day! / 2-tägiger Workshop / 240 CHF
Sa, 21. / So, 22. November Let’s Ben Day! / 2-tägiger Workshop / 240 CHF
Sa., 12. Dezember Pop-Motive & Drucktechniken / 1-tägiger Workshop / 120 CHF
Jeweils von 11 bis 16 Uhr
Kursleitung: Lucinda Tanner
Kurssprache: Englisch/Deutsch
Kosten inkl. Farben und Verbrauchsmaterialien, exkl. Papier
Für alle Erfahrungsstufen geeignet
Anmeldungen: office@druckwerk.ch
druckwerk Basel
Werkraum Warteck pp
2. Stock, Burgweg 7
4048 Basel
www.druckwerk.ch
FÜHRUNG
Roy Lichtenstein: Sweet Dreams, Baby!
22. August 2026 – 14. März 2027
Kunstmuseum Basel, Neubau
Alle Workshop-Teilnehmer sind herzlich zu einer Führung durch die Ausstellung unter der Leitung der Kuratorin Fabienne Ruppen eingeladen. Die Führungen finden am Mittwoch, 14. Oktober, und am Mittwoch, 18. November, jeweils um 18.00 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Roman Signer
Platz ist in der kleinsten Hütte. Für was? Zum Fliegen natürlich.
Permanente Installation seit 07.07.2018
Roman Signer (*1938, St. Gallen) versteht sich als Bildhauer – ein Bildhauer allerdings, der seine Skulpturen um die Dimension der Zeit erweitert. Mit seinen Ereignissen und Installationen arbeitet der Künstler seit den 1970er-Jahren voller Spielwitz an einer Neudefinition der Skulptur. Er bezieht Zeit, Energie, Beschleunigung und Veränderung mit in den skulpturalen Prozess ein und erkundet damit konsequent, spielerisch und immer wieder neu die Möglichkeiten dieses ursprünglich statischen Mediums. Das Resultat seiner Untersuchungen sind oft vergängliche Arbeiten, die in Fotoserien, Film- oder Videoaufnahmen dokumentiert werden. Die wichtigsten Werkstoffe Roman Signers bilden die vier Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft. Ihre Beschaffenheit und Qualitäten ergründet der Ostschweizer mit beeindruckender Präzision und Ausdauer. So lässt er etwa durchlöcherte Kajaks mit Wasser volllaufen, katapultiert Möbelstücke durch den Raum oder legt eine kilometerlange Zündschnur quer durch die Ostschweiz.
Der besondere Ort des von Raphael Bottazzini initiierten Artachments inspirierte den Künstler nicht nur zur Teilnahme an der Jubiläumsausstellung sondern auch zu einer Aktion vor Ort, zu einem «Ereignis», wie Roman Signer seine Aktionen selbst nennt. Es hat Platz in der Hütte und Roman Signer nimmt ihn ein: Mit Schutzbrille und Helm, vor der Vernissage und ohne Publikum, begibt er sich in das Häuschen. Darin bedient er sich eines so genannten Quadrokopters*, welchen er mit einem Pinsel mit blauer Farbe versieht. Mit diesem Arrangement aus Flugobjekt und Malinstrument navigiert er durch das Häuschen und malt blaue Punkte an dessen Decke. Das ganze Vorgehen ist nicht ungefährlich, weshalb sich der Künstler die erwähnte Schutzmontur anzieht. Von der Handlung übrig bleibt die bemalte Decke und auch das Instrumentarium lässt der Künstler zurück. Das fertige Werk wiederum definiert er als Installation: Auf dem Regal im Häuschen liegend verweisen die Objekte auf die vergangene Handlung. Das Publikum darf die Hütte betreten und sich das Geschehene zusammenreimen. An das erzählerische Moment dieser kleinen Geschichte knüpft auch der Titel des Werks passend an: «Platz ist in der kleinsten Hütte.» «Für was?» «Zum Fliegen natürlich.» Es ist ein Kurzdialog zwischen dem Künstler und einem fiktiven Gegenüber, der eigentlich alles sagt.
Mit der Bemalung der Decke indes verweist Signer durch eine simple Geste auf die berühmte und von künstlerischer Könnerschaft geprägten Gattung der Deckenmalerei. Roman Signers Deckenbemalung wiederum, so könnte man weiterinterpretieren, adelt das kleine Häuschen zu mehr als einer Hütte: Durch die blauen Tupfer wird es zu einer Kapelle für die Kunst.
* Was im Volksmund als Drohne bezeichnet wird, ist im Fachjargon ein Quadrokopter (ein mit 4 Rotoren versehener, fernsteuerbare Helikopter). Der Begriff «Drohne» wird somit etwa in Modellfliegerkreisen ungern gehört, weil eine Drohne jene Helikopter bezeichnet, die im Krieg zum Einsatz kommen und töten können. Das Objekt, welches Roman Signer zum Fliegen und zum Malen verwendet, ist jedoch ein Arbeitswerkzeug, oder wie er selbst sagt: «Ein friedliches Ding mit einem fliegenden Pinsel.»
Text: Lena Friedli
Fotos: Claude Gasser
www.romansigner.ch

THYLACINE - Mischa Düblin, Fabian Unold
Schein
Seit 07.07.2018 – Permanente Installation
Mischa Düblin (*1973, Basel) und Fabian Unold (*1977, Zürich) arbeiten seit 2004 unter dem Namen «Thylacine» (engl. Beutelwolf) als Künstlerduo zusammen und realisieren orts- und kontextspezifische Arbeiten. Ohne sich auf ein Medium oder eine Form festlegen zu wollen, ergibt sich durch das situationsbedingte Arbeiten des Duos eine Tendenz zum Performativen und zur Installation. Auch das Spiel mit dem Publikum oder der Miteinbezug von weiteren Schauspielern oder Performerinnen sind möglich.
Soziale Gefüge und ökonomische Mechanismen stehen im Zentrum von Thylacines Interesse. Ihre Kunst will nicht in den White Cube, sie funktioniert nicht in und für sich, sondern immer in Beziehung zur realen Welt. Kritisch, politisch und mit einer guten Prise Humor widmen sich die beiden bestimmten Berufsgruppen, untersuchen gesellschaftliche Machtstrukturen und machen sich diese Begebenheiten auch gerne mal zu eigen. Dabei ist ihre Kunst zwar prägnant und konsequent umgesetzt, in der Aussage lässt das Duo jedoch stets absichtlich Raum für Interpretation. Aus einer inhaltlichen aber auch konkret physischen Aneignung resultiert ein authentisches und überzeugendes Involviertsein der Künstler. So setzen sie sich etwa für «Schweigeminute» (2007) eine ganze Stunde dem direkten Strahl einer Schneemaschine aus oder sie pinkeln sich für eine Performance zum Thema Angst gleichzeitig in die Hosen («Stille Wasser», 2008).
Thylacines Projekte, Performances und Installationen gibt es immer nur einmal. Im Artachment sind die beiden Künstler allerdings bereits zum zweiten Mal zu Gast: Vor zehn Jahren haben Mischa Düblin und Fabian Unold auf Einladung von Raphael Bottazzini das allererste Projekt in dem kleinen Häuschen im Kleinhüninger Hafen realisiert. Nach genauem Beobachten der Situation vor Ort schenkte das Künstlerduo diesem damals noch sehr verlassenen und oft von Vandalen heimgesuchten Ort einen Bewohner. Sie installierten eine menschengrosse Puppe so im Häuschen, als würde ein im Raum sitzender Mann durch das Fenster an der Rückwand Fische angeln. Durch seinen neuen Bewohner wurde der Ort plötzlich wohnlich, wirkte eingerichtet und erhielt eine Verbindung zur Aussenwelt. Die Situation war so subtil (es gab keine Vernissage und keinen Hinweis auf das Kunstprojekt) und gleichzeitig derart realistisch, dass Passanten darauf aufmerksam wurden und die Polizei anriefen.
Heute, zehn Jahre später, sind Thylacine wieder da und stellen zeitgleich mit Roman Signer aus. Mit der neu entwickelten Arbeit «Schein» (2018) thematisieren die beiden das Aufeinandertreffen mit dem renommierten Schweizer Künstler, aber auch den 10-jährigen Geburtstag des Kunstraums: Dazu hängen sie einen Theaterscheinwerfer in einen Baum neben dem Kunstraum und versehen ihn mit einer Zeitschaltuhr, welche das An- und Ausschalten des Lichts in einem vordefinierten Rhythmus regelt. Ein Scheinwerferlicht bestrahlt normalerweise eine Attraktion, ein Star tritt darin auf, etwas Wichtiges erhält eine Bühne ... Doch das von Mischa Düblin und Fabian Unold installierte Spotlight schiesst (scheinbar) am Ziel vorbei. Der Lichtkegel beleuchtet weder das Jubiläum feiernde Häuschen, noch die Installation von Roman Signer, noch das Publikum. Die einzige Verbindung zum Haus bildet ein Stromkabel. Ansonsten bleibt Thylacines künstlerischer Eingriff im Grunde immateriell. «Schein» beleuchtet eine leer gebliebene Bühne, einen Unort, eine Lücke und wird damit zum eigenartigen und erfrischend nicht eindeutigen Hinweis.
Text: Lena Friedli
Fotos: Claude Gasser
www.thylacine.ws

Raphael Bottazzini
Bank & Stapel
Seit 01.01.2023 – ongoing
Die Bank würdigt nicht, sie zeigt Namen in ihrer Vielfalt, der Vielfalt, die die Gesellschaft hervorbringt. Die Bank ist seit 2023 aktiv und folgt der Doktrin, dass jede Person genannt werden darf. Von den drei Brettern wird jeden Monat eines ausgewechselt. Die abgenommen Bretter bilden abseits, fortlaufend einen Stapel im Ausstellungraum Artachment in Basel. Die Namen werden von verschiedenen Personen, die untereinander nicht abgesprochen handeln, ausgesucht und in die Arbeit eingebracht. Durch dieses Verfahren wird die Bank zu einem Sammelbecken von Namen und folgt keiner ideologischen Ausrichtung. Die kuratorische Arbeit beschränkt sich lediglich auf die Zusammensetzung jeweils zweier Namen auf einem Brett. Die grössere offensichtliche Willkür der Namenszusammenhänge entsteht durch das monatliche Anbringen eines neuen Brettes. Dabei vermischen sich die neuen Namen mit den alten, wodurch sich kontinuierlich auf der ganzen Bank neue Konstellationen ergeben.
Das Unternehmen Mitte ist nicht Teil der Arbeit und hat kein Mitspracherecht.
Raphael Bottazzini
Was ist ein Name? Kann ein Name ohne Kontext eingeordnet werden? Welche Spannungen werden durch Bank&Stapel sichtbar und erzeugt? Kann ein Kunstwerk auf privatem Grund wirklich privat sein, wenn es für die Öffentlichkeit sichtbar ist? Kann man von einer Gegenüberstellung zweier Namen sprechen, wenn auf der Bank insgesamt sechs Namen stehen? Hätte man die Gewichtung eines Komitees hinterfragt, wenn ein Glücksverfahren eingesetzt worden wäre? Welche Verantwortung trägt der Künstler in der Arbeit Bank&Stapel? Worin unterscheidet sich Meinungsfreiheit von Kunstfreiheit? Soll Kunst sich erklären? Ist Kunst von Natur aus politisch oder wird sie politisiert?