Kalender

Mit grosser Freude laden wir euch zu einer Ausstellung einer Auswahl von Werken aus dem Atelier du Vestiaire aus Mulhouse ein. Die Künstler:innen des Ateliers bieten zudem einen Siebdruck-Workshop und die partizipative Kreation einer grossen Collage an.
le ventre nimmt in diesem Jahr zum ersten Mal am Festival TRIO teil, dem inklusiven Kulturfestival der drei Länder, das vom 14. bis 18. September an verschiedenen Orten im Dreyeckland stattfindet. Zu diesem Anlass hat le ventre das Kollektiv Atelier du Vestiaire, ein Atelier für Künstler:innen mit Behinderung aus Mulhouse, eingeladen, ausgewählte Werke zu präsentieren. Zudem werden zwei Siebdruck-Workshops und die partizipative Kreation einer grossen Collage angeboten.
Samstag, 17.10.2026:
Vernissage: 14 h - 15 h
Ausstellung: 14 h - 18 h
partizipative Collage: 15 h - 17 h
Siebdruck-Workshop: 15 h - 17 h
Sonntag, 18.10.2026:
Ausstellung: 11 h - 18 h
Partizipative Collage: 15 h - 17 h
Workshop: 15 h - 17 h
Finissage: 17 h - 18 h
Bitte um Anmeldung für den Siebdruck Workshop (limitierte Plätze), Kinder ab 4 in Begleitung der Eltern: admin@le-ventre.net
Wichtige Informationen zum Siebdruck-Workshop:
Die Besucher:innen sind eingeladen, ihre eigenen Stoffe, wie zum Beispiel T-Shirts, Tücher und Tragetaschen, mitzubringen und zu bedrucken.
Wichtig: Die Stoffe müssen aus Baumwolle (keine Synthetik) und flach sein, ohne Aufnäher oder Nähte.
Nebenbei gibt es ein kleines Collage-Studio, wo in Kooperation der Beteiligten ein grosses Wandbild entstehen soll.
Der Workshop ist offen für Menschen jeden Alters (Kinder von 4 - 10 Jahren in Begleitung ihrer Eltern).
Das „Atelier du Vestiaire“ ist ein Raum für kreatives Schaffen, der Künstler:innen mit Behinderung dabei unterstützt, ihre persönliche künstlerische Sprache langfristig zu entwickeln. Dieses Projekt ist Teil der Arbeit der APBA das sich für Inklusion und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung engagiert. Das Atelier hat seinen Sitz im Zentrum für zeitgenössische Kunst „Le Séchoir“ in Mulhouse, nachdem es zuvor in der Residenz „Cap Cornely“ in Mulhouse untergebracht war, und wird von professionellen Künstler:innen begleitet. Die Künstlerin Céline Martin leitet das Atelier du Vestiaire.
Die Veranstaltung ist gratis, wir freuen uns über Kollektenbeiträge.

【 Region of Grief – Archiving Empathy von Zanbagh Lotfi 】
Fr. 25. September – Fr. 23. Oktober
VERNISSAGE: Do. 24. September, 19.00 Uhr
Im Jahr 2022 verlor Helia, eine junge persische Leopardin, eines ihrer Jungen bei einem Verkehrsunfall. Mehrere Tage lang kehrte sie an denselben Ort zurück und rief nach ihrem Jungen. In denselben Wochen, während landesweiter Proteste im Iran, verloren viele Mütter ihre Kinder durch staatliche Gewalt.
In Helias Rückkehr und ihrer Stimme überschreitet die Trauer die Grenze zwischen den Arten und wird zu etwas, das man spüren, miterleben und teilen kann.
Das Projekt beginnt mit dieser Geste der Rückkehr. Ein Ort wird zum Ort der Erinnerung, wenn Menschen dorthin zurückkehren – durch Abwesenheit, Erinnerung und Verbundenheit.
Als Künstler:in mit einer diasporischen Lebensrealität, interessiert sich Zanbagh für Orte, die von verschwindenden Präsenzen, zurückkehrenden Erinnerungen und Bindungen geprägt sind, die auch dann Bestand haben, wenn sie unsichtbar sind.
Durch Malerei, Bild und Installation schafft das Projekt eine affektive Landschaft – nicht, um Trauer darzustellen, sondern um ihr zuzuhören und ihr Raum zu geben.

Phil Minton · Axel Dörner · Thomas Lehn
Samstag, 24. Oktober 2026
19 Uhr Türöffnung & Bar
20 Uhr Konzert
21 Uhr Eintopf im Hof
Drei aussergewöhnliche Musiker, drei radikale Klangsprachen – und ein Trio, das seit 1998 gemeinsam improvisierte Musik immer wieder neu auslotet.
Phil Minton – Stimme
Axel Dörner – Trompete
Thomas Lehn – Analogsynthesizer
TOOT bewegt sich zwischen Stimme, Atem, Geräusch, Elektronik und Stille. Die Musik entsteht im Moment: feinste Verschiebungen, überraschende Verdichtungen, grosse Räume – und Klänge, bei denen manchmal kaum noch auszumachen ist, ob sie aus einer Stimme, einer Trompete oder einem Synthesizer kommen.
1998 führte ein Hauskonzert zur Gründung des Trios. Seither gehören Minton, Dörner und Lehn zu den prägenden Stimmen der internationalen improvisierten Musik. Umso mehr freuen wir uns, die drei im WELTRAUM in Basel zu Gast zu haben.
Und weil ein Abend im WELTRAUM nicht mit dem letzten Ton enden muss: Nach dem Konzert gibt es Eintopf im Hof.
Komme früh, trinke etwas mit uns, höre TOOT – und bleib danach noch bei uns.
WELTRAUM
Auf dem Wolf 13
4052 Basel
www.weltraum.me
Mehr zu TOOT und Hörbeispiele:
TOOT – Phil Minton · Axel Dörner · Thomas Lehn

FUTURA
Soloausstellung von Ruth Widmer
09. – 29.10.2026
Vernissage: 8. Oktober, 18 Uhr
Kuratiert von Wiktoria Tundys
In grossformatigen Zeichnungen und Arbeiten aus Porzellan entwirft Ruth Widmer Landschaften, die noch nicht existieren, aber schon spürbar sind. Architektonische Fragmente einer möglichen Zukunft treffen auf die Frage nach der gegenwärtigen Verfasstheit des Menschen, nach der Richtung, in die wir uns, einzeln und als Gesellschaft, bewegen. Es sind keine Bilder der Anklage, vielmehr eine stille, präzise Beobachtung, getragen von der Hoffnung, dass eine andere, bessere Zukunft denkbar bleibt.
Artstübli – Kunst & Kultur, Steinentorberg 28, 4051 Basel
www.artstuebli.ch
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Samstag: 11 – 18 Uhr

ÜSI SCHWIZ
Die Ausstellung ‚Üsi Schwiz‘ stellt sich die Frage: Was macht die Schweiz zu deiner Heimat oder weshalb wird sie dies auch niemals sein?
Heimat versteht sich dabei nicht als statischen Begriff, sondern als individueller, emotionaler und gesellschaftlicher Aushandlungsprozess, geprägt von persönlichen Erfahrungen, kulturellen Hintergründen und sozialen Strukturen.
Die Ausstellung lädt dazu ein, gewohnte Narrative zu hinterfragen, Gemeinsamkeiten und Widersprüche sichtbar zu machen und den Dialog über die kulturelle Identität der Schweiz zu fördern.
Wir freuen uns in diesem Kontext Arbeiten von Alizé Rose-May, Andrea Sommer, Eguono Edjere, Felix Stöckle, Maksim Klopfstein, Margaux Huber, Marina Prada, Milush Holzer, Viviane Bettschart, Xavier Sägesser und Yves Möhrle im Bollag-Areal zu zeigen.
Zusätzlich freuen wir uns über die Workshops von Brutus Labiche und Andreea Gwerder&Gilles-Anthony Treskatsch und das Happening von Meret Schüpbach.
Und als weiteren Programmpunkt laden wir auch herzlich zu einem Kurzfilmabend ein im Neuen Kino Basel mit Filmen von Denisa Svach&Denise Maud, Elena Huber, Hanna Wächter, JojoX, Lily Pellaud und Raphael Reichert.
Vernissage 15. Oktober, 18:00
Performances to be announced
Mittwoch bis Freitag jeweils 17:00-20:00
Samstag jeweils 14:00-18:00
Finissage 29. Oktober, 18:00
Performances to be announced
Design: @leaknutti
Kuration: @maistei_ @minischwizdinischwiz

Valuables
Natacha Donzé, Matthias Liechti, Boris Rebetez, Renée Steffen, Raphael Stucky, Li Tavor, Babette Walder
28.08.2026–31.10.2026
Opening: 28.08.2026 18–22h
Magazine Release & Hammer Band: 31.10.2026 11–17h
Kunsttage Basel: 28.08.2026 13–18h 29.&30.08.2026 11–18h

Go closer - John Berger Through His Art
12. September – 31. Oktober 2026
Im Jahr 2026 wird weltweit mit zahlreichen Veranstaltungen an John Berger (1926–2017) erinnert: der britische Schriftsteller, Kunstkritiker, Maler und Drehbuchautor, der marxistische Gesellschaftsanalyse mit Kunst- und Literaturkritik verband, würde heuer 100 Jahre alt werden. Mit Konferenzen, Symposien und neuen Übersetzungen seiner Werke wird der bedeutende Einfluss dieses aussergewöhnlichen Mannes dokumentiert. Als Zeichner, Drehbuchautor und Geschichtenerzähler nährte John Berger sein kritisches Denken ein Leben lang mit seinem kreativen Schaffen. Er bewegte sich frei zwischen den verschiedenen Medien und kümmerte sich nie um die Grenzen zwischen den Genres. Seine frühe Ausbildung an der Kunsthochschule führte dazu, dass er sich eher auf die Seite der Kunstschaffenden stellte als auf die der institutionellen Denker. Dieses sein künstlerisches Schaffen ist der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt, und hier setzt die Ausstellung an.
Die multimediale Ausstellung vereint Dokumentarfilme, Zeichnungen, Gemälde und Texte des britischen Künstlers und Denkers. Die Räume der Villa sind nach denjenigen Themen gegliedert, die in seinem Werk eine zentrale Rolle spielen – die Welt der Arbeit, die Lage der Bauern, Dialog und Zusammenarbeit, Widerstand und der Kampf für die Emanzipation der Völker, aber auch persönliche oder brieflichen Begegnung mit Kunstschaffenden und Freund:innen – und bietet so einen facettenreichen Einblick in das freigeistige Denken von John Berger, der sein Leben lang eine Sozialgeschichte der Kunst konstruierte, die sowohl intim als auch universell war.
Der gewählte Titel «Go Closer – John Berger Through his Art» unterstreicht das zentrale Ziel, das John Berger mittels verschiedener Medien stets verfolgte: den Menschen und ihren Tätigkeiten näher zu kommen, sie zu beobachten und zu beschreiben, um ihre Eigenschaften zu verstehen.
Die Vermittlung einer einzigartigen kreativen Denkweise und einer dezidierten politischen Haltung steht daher im Mittelpunkt dieses Projekts, das sich gerade auch an die jüngere Generation richtet, die in verschiedenen Dialogformaten an der Thematik partizipieren kann.
Kurator:innen:
Yves Berger
Isaac Klotz White
Franziska Stern-Preisig

STRICTLY COLLECTIVE
Fünf Kunstkollektive aus der Schweiz und Frankreich, ausgewählt aus 36 internationalen Einsendungen, begegnen sich in der FABRIKculture.
Ausgangspunkt ist die im KUNSTFORUM International Bd. 285 „All together now! Kunst im Kollektiv“ (2022) formulierte These, dass kollektive Autorschaft heute nicht Ausnahme, sondern Grundform zeitgenössischer Praxis ist. Die Ausstellung prüft diese Verschiebung im konkreten Zusammenspiel: fünf Handschriften, eine gemeinsame Form.
● Ado+Comenius (Basel)
● Com&Com (Zürich / St. Gallen)
● GislerGähwiler (Luzern)
● Ouest-Lumière (Paris)
● Protoplast (Basel)
Kuratiert von Benny Kammüller und Clément Stehlin.
Programm:
Vernissage – 4. Oktober 2026 | 11h
mit einer Performance von Ouest-Lumière
Finissage – 1. November 2026 | ab 11h
Artist Talk mit Com&Com | 14h
Öffnungszeiten
Samstag und Sonntag ,11–18h

Daniela Flores Arias, Ana Balan, Azadbek - Sefer Bekjon, Lyna Beggah, Iulia Bucuresteanu, Alex Ghandour, Grandee Dorji – Yumo Cheng, Pat Homse, Dana Iskakova
Bebbi untersucht, wie Migration und transnationale Biografien künstlerische Praktiken in der Schweiz prägen. Ausgehend von der Situation zahlreicher Künstler*innen, die für ihr Studium – etwa an der HGK – nach Basel kommen und die lokale Szene massgeblich mitgestalten, zugleich jedoch häufig unter prekären Bedingungen arbeiten und nur temporär vor Ort bleiben können, schafft das Projekt einen Raum für Reflexion und Austausch. Das Programm umfasst Screenings mit anschliessenden Diskussionen, eine Ausstellung sowie Sound-Performances. Im Zentrum steht das bewegte Bild als Medium zur Verhandlung von Fragen nach Identität, Zugehörigkeit und Mobilität. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Austausch zwischen lokalen und internationalen Künstler*innen. Durch die Verbindung unterschiedlicher Perspektiven werden lokale Fragestellungen in einen erweiterten Kontext gestellt und ein Dialog über gemeinsame Themen der zeitgenössischen Kunst angestossen. Bebbi fördert damit Vernetzung, Wissenstransfer und die Auseinandersetzung mit Migration als zentralem Bestandteil künstlerischer Praxis.
02.10.2026, 18:00: Vernissage
24.10.2026, 15:00: Launch Magazine on Fictional Art If #3 — Basel Edition
06.11.2026, 18:00: Marriage Party

Caroline von Gunten
Floating in shared serendipity geht von einer einfachen Verschiebung aus: nicht suchen, sondern finden. Ausgehend von regelmässigen, mehrstündigen Zugreisen mit unterschiedlichsten Menschen untersucht Caroline von Gunten, wie Narration und Erinnerung entstehen, geteilt und angeeignet werden und welche gesellschaftlichen Normen, Werte und Traumata dabei unsichtbar fortgeschrieben werden.
Aufgenommene Gespräche werden gehört, wieder gehört, schliesslich gelöscht. Was bleibt, ist nie das Gesagte selbst, sondern das, was daraus entsteht: Zeichnung, Objekt, Text. Die Mitreisenden werden so zu Mitautor*innen eines kollektiven Archivs, das sich der Kontrolle entzieht.
Im Zentrum steht die Beobachtung, dass jede geteilte Geschichte Vorstellungen davon mitträgt, wie gelebt, gelitten und dazugehört werden darf und wer dabei aussen vor bleibt.
Die Ausstellung wird unterstützt von: Kultur Stadt Bern
Bild: Caroline von Guten, Escalating Commitment, Keramik 2024
- 18.10.2026, 14:00—17:00: Workshop Gesten, Tierfiguren & gemeinsames Erzählen

City SALTS: Arbesa Musa
Solo Exhibition
23 Sep – 13 Nov 2026
Geboren in der Schweiz und im Kosovo aufgewachsen, kehrte Arbesa Musa später in die Schweiz zurück, um ihren künstlerischen Weg fortzusetzen. Heute lebt und arbeitet sie zwischen Genf und Basel. Sie schloss ihren Bachelor in Fine Arts an der HEAD in Genf und 2023 ihren Master in Fine Arts an der FHNW in Basel ab.
Als multidisziplinäre Künstlerin beschäftigt sie sich mit Themen wie Feminismus, Geschlechterrollen, Gewalt, Intimität, Erinnerung, Zuhause, Territorium, Identität und Handwerk – insbesondere mit Wissen, das von Frauen über Generationen hinweg durch Formen weitergegeben wird, die oft als „traditionelle Kunst“ bezeichnet werden. Ihre künstlerische Praxis wird dabei sowohl zu einem persönlichen Archiv geteilter Erinnerungen als auch zu einer kollektiven Erfahrung.

City SALTS: Brett Charles Seiler
Solo Exhibition
23 Sep – 13 Nov 2026
Erste Einzelausstellung des simbabwischen Künstlers in der Schweiz.
In Brett Seilers (*1994, lebt und arbeitet in Leipzig und Kapstadt) künstlerischer Praxis stehen Gender und Sexualität im Mittelpunkt, seine Werke unterlaufen patriarchalische und heteronormative Ideale. Wir sehen Intimität und Zärtlichkeit zwischen Männern, aber auch eine eigentümliche Darstellung von Raum. Der Hintergrund gleicht oft einer Leere, und Andeutungen von Linearperspektive – wie die Linien eines Tisches – bleiben unzusammenhängend und unbestimmt. Durch diese Ästhetik nimmt sich Seiler die künstlerische und gestalterische Freiheit, die der offenbaren Seinsfreiheit seiner Figuren entspricht. In seiner Kunst gewährt Seiler sich den Raum, außerhalb der Regeln zu leben, um den Körper, offene Sexualität und sexuelle Tabus sowie emotionale Verletzlichkeit zu erkunden.
Seine Arbeiten waren bereits in internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, wie z. B. im A26 Set Space Beijing (CN), im No Hero Museum in Delden (NL), im Schloss Altdöbern (D), im Museum Bensheim (D) und im Zeitz MOCCA (ZA).

Terra Promessa
Renato Di Maggio Rodrigues
Kuratiert von Elwira Spychalska
Terra Promessa – der Titel dieser Ausstellung beschreibt keinen festen Ort, sondern einen Zustand: die Sehnsucht nach einem Land, das man noch nicht betreten hat. Für Tausende Menschen auf dem Mittelmeer wird dieser Wunsch vor den Küsten von Lampedusa zum schicksalhaften Horizont. Die Geschichte seiner Eltern, die als junge Migrant:innen in die Schweiz kamen, hat Renato Di Maggio Rodrigues zu diesem Thema geführt; auf Lampedusa begegnet er ihm in einer anderen Zeit und unter anderen Umständen. In seinen Werken tritt die Momentaufnahme der Fotografie in ein Zwiegespräch mit der langsamen Spur der Ölfarbe. So entfaltet Terra Promessa eine leise, visuelle Poesie zwischen Gegenwart und Erinnerung. Es ist ein Raum des Innehaltens, in dem Hoffnung, Verlust und Zeit spürbar werden.
Vernissage: Dienstag, 3. November 2026, 18 Uhr
Finissage: Samstag, 14. November 2026, 14–18 Uhr
Artstübli – Kunst & Kultur, Steinentorberg 28, Basel

Roy Lichtenstein Wochenend-Workshopreihe
Als freudige Reaktion auf die Sammlung von Roy-Lichtenstein-Drucken, die vom 22.08.2026 bis 14.03.2027 im Kunstmuseum Basel zu sehen ist, präsentiert druckwerk Basel eine Reihe experimenteller Druckworkshops von ein bis zwei Tagen Dauer.
Pop-Motive & Drucktechniken / 1-Tages-Workshop
Im Geiste der Zusammenarbeit zwischen Graphicstudio und Roy Lichtenstein bei der Produktion der Serie Brushstroke Figures lädt dieser Workshop dazu ein, verschiedene Druckverfahren zu erkunden.
Indem Pop-Motive – Punkte, Diagonalen und Pinselstriche, wie sie in den Graphicstudio-Drucken zu sehen sind – mit unterschiedlichen Drucktechniken umgesetzt werden, erhalten die Teilnehmenden ein Gefühl für die Unterschiede der Verfahren und entdecken zugleich deren Potenzial.
Let’s Ben-Day! / 2-Tages-Workshop
In den 1880er-Jahren patentiert, waren die sogenannten «Ben-Day mechanische Tönungen» Werkzeuge für Illustrator:innen, um Linien, Schattierungen, Schraffuren und vor allem Rasterpunkte schnell umzusetzen. In stilisierter und vergrösserter Form wurden diese Elemente später zu zentralen Bestandteilen von Roy Lichtensteins Pop-Vokabular.
Mit der Collagraphie-Technik und Fundmaterialien bauen die Teilnehmenden eine eigene Sammlung von Schattierungsmedien auf. Sie untersuchen, wie durch Überdrucken der Platten und durch das Gegenüberstellen von Farben komplexere Muster entstehen. Anschliessend wird erforscht, wie sich diese Erkenntnisse zur Bildgestaltung einsetzen lassen.
Programm
So, 13. September Pop-Motive & Drucktechniken / 1-tägiger Workshop / 120 CHF
Sa, 17. / So, 18. Oktober Let’s Ben Day! / 2-tägiger Workshop / 240 CHF
Sa, 21. / So, 22. November Let’s Ben Day! / 2-tägiger Workshop / 240 CHF
Sa., 12. Dezember Pop-Motive & Drucktechniken / 1-tägiger Workshop / 120 CHF
Jeweils von 11 bis 16 Uhr
Kursleitung: Lucinda Tanner
Kurssprache: Englisch/Deutsch
Kosten inkl. Farben und Verbrauchsmaterialien, exkl. Papier
Für alle Erfahrungsstufen geeignet
Anmeldungen: office@druckwerk.ch
druckwerk Basel
Werkraum Warteck pp
2. Stock, Burgweg 7
4048 Basel
www.druckwerk.ch
FÜHRUNG
Roy Lichtenstein: Sweet Dreams, Baby!
22. August 2026 – 14. März 2027
Kunstmuseum Basel, Neubau
Alle Workshop-Teilnehmer sind herzlich zu einer Führung durch die Ausstellung unter der Leitung der Kuratorin Fabienne Ruppen eingeladen. Die Führungen finden am Mittwoch, 14. Oktober, und am Mittwoch, 18. November, jeweils um 18.00 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Roman Signer
Platz ist in der kleinsten Hütte. Für was? Zum Fliegen natürlich.
Permanente Installation seit 07.07.2018
Roman Signer (*1938, St. Gallen) versteht sich als Bildhauer – ein Bildhauer allerdings, der seine Skulpturen um die Dimension der Zeit erweitert. Mit seinen Ereignissen und Installationen arbeitet der Künstler seit den 1970er-Jahren voller Spielwitz an einer Neudefinition der Skulptur. Er bezieht Zeit, Energie, Beschleunigung und Veränderung mit in den skulpturalen Prozess ein und erkundet damit konsequent, spielerisch und immer wieder neu die Möglichkeiten dieses ursprünglich statischen Mediums. Das Resultat seiner Untersuchungen sind oft vergängliche Arbeiten, die in Fotoserien, Film- oder Videoaufnahmen dokumentiert werden. Die wichtigsten Werkstoffe Roman Signers bilden die vier Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft. Ihre Beschaffenheit und Qualitäten ergründet der Ostschweizer mit beeindruckender Präzision und Ausdauer. So lässt er etwa durchlöcherte Kajaks mit Wasser volllaufen, katapultiert Möbelstücke durch den Raum oder legt eine kilometerlange Zündschnur quer durch die Ostschweiz.
Der besondere Ort des von Raphael Bottazzini initiierten Artachments inspirierte den Künstler nicht nur zur Teilnahme an der Jubiläumsausstellung sondern auch zu einer Aktion vor Ort, zu einem «Ereignis», wie Roman Signer seine Aktionen selbst nennt. Es hat Platz in der Hütte und Roman Signer nimmt ihn ein: Mit Schutzbrille und Helm, vor der Vernissage und ohne Publikum, begibt er sich in das Häuschen. Darin bedient er sich eines so genannten Quadrokopters*, welchen er mit einem Pinsel mit blauer Farbe versieht. Mit diesem Arrangement aus Flugobjekt und Malinstrument navigiert er durch das Häuschen und malt blaue Punkte an dessen Decke. Das ganze Vorgehen ist nicht ungefährlich, weshalb sich der Künstler die erwähnte Schutzmontur anzieht. Von der Handlung übrig bleibt die bemalte Decke und auch das Instrumentarium lässt der Künstler zurück. Das fertige Werk wiederum definiert er als Installation: Auf dem Regal im Häuschen liegend verweisen die Objekte auf die vergangene Handlung. Das Publikum darf die Hütte betreten und sich das Geschehene zusammenreimen. An das erzählerische Moment dieser kleinen Geschichte knüpft auch der Titel des Werks passend an: «Platz ist in der kleinsten Hütte.» «Für was?» «Zum Fliegen natürlich.» Es ist ein Kurzdialog zwischen dem Künstler und einem fiktiven Gegenüber, der eigentlich alles sagt.
Mit der Bemalung der Decke indes verweist Signer durch eine simple Geste auf die berühmte und von künstlerischer Könnerschaft geprägten Gattung der Deckenmalerei. Roman Signers Deckenbemalung wiederum, so könnte man weiterinterpretieren, adelt das kleine Häuschen zu mehr als einer Hütte: Durch die blauen Tupfer wird es zu einer Kapelle für die Kunst.
* Was im Volksmund als Drohne bezeichnet wird, ist im Fachjargon ein Quadrokopter (ein mit 4 Rotoren versehener, fernsteuerbare Helikopter). Der Begriff «Drohne» wird somit etwa in Modellfliegerkreisen ungern gehört, weil eine Drohne jene Helikopter bezeichnet, die im Krieg zum Einsatz kommen und töten können. Das Objekt, welches Roman Signer zum Fliegen und zum Malen verwendet, ist jedoch ein Arbeitswerkzeug, oder wie er selbst sagt: «Ein friedliches Ding mit einem fliegenden Pinsel.»
Text: Lena Friedli
Fotos: Claude Gasser
www.romansigner.ch

THYLACINE - Mischa Düblin, Fabian Unold
Schein
Seit 07.07.2018 – Permanente Installation
Mischa Düblin (*1973, Basel) und Fabian Unold (*1977, Zürich) arbeiten seit 2004 unter dem Namen «Thylacine» (engl. Beutelwolf) als Künstlerduo zusammen und realisieren orts- und kontextspezifische Arbeiten. Ohne sich auf ein Medium oder eine Form festlegen zu wollen, ergibt sich durch das situationsbedingte Arbeiten des Duos eine Tendenz zum Performativen und zur Installation. Auch das Spiel mit dem Publikum oder der Miteinbezug von weiteren Schauspielern oder Performerinnen sind möglich.
Soziale Gefüge und ökonomische Mechanismen stehen im Zentrum von Thylacines Interesse. Ihre Kunst will nicht in den White Cube, sie funktioniert nicht in und für sich, sondern immer in Beziehung zur realen Welt. Kritisch, politisch und mit einer guten Prise Humor widmen sich die beiden bestimmten Berufsgruppen, untersuchen gesellschaftliche Machtstrukturen und machen sich diese Begebenheiten auch gerne mal zu eigen. Dabei ist ihre Kunst zwar prägnant und konsequent umgesetzt, in der Aussage lässt das Duo jedoch stets absichtlich Raum für Interpretation. Aus einer inhaltlichen aber auch konkret physischen Aneignung resultiert ein authentisches und überzeugendes Involviertsein der Künstler. So setzen sie sich etwa für «Schweigeminute» (2007) eine ganze Stunde dem direkten Strahl einer Schneemaschine aus oder sie pinkeln sich für eine Performance zum Thema Angst gleichzeitig in die Hosen («Stille Wasser», 2008).
Thylacines Projekte, Performances und Installationen gibt es immer nur einmal. Im Artachment sind die beiden Künstler allerdings bereits zum zweiten Mal zu Gast: Vor zehn Jahren haben Mischa Düblin und Fabian Unold auf Einladung von Raphael Bottazzini das allererste Projekt in dem kleinen Häuschen im Kleinhüninger Hafen realisiert. Nach genauem Beobachten der Situation vor Ort schenkte das Künstlerduo diesem damals noch sehr verlassenen und oft von Vandalen heimgesuchten Ort einen Bewohner. Sie installierten eine menschengrosse Puppe so im Häuschen, als würde ein im Raum sitzender Mann durch das Fenster an der Rückwand Fische angeln. Durch seinen neuen Bewohner wurde der Ort plötzlich wohnlich, wirkte eingerichtet und erhielt eine Verbindung zur Aussenwelt. Die Situation war so subtil (es gab keine Vernissage und keinen Hinweis auf das Kunstprojekt) und gleichzeitig derart realistisch, dass Passanten darauf aufmerksam wurden und die Polizei anriefen.
Heute, zehn Jahre später, sind Thylacine wieder da und stellen zeitgleich mit Roman Signer aus. Mit der neu entwickelten Arbeit «Schein» (2018) thematisieren die beiden das Aufeinandertreffen mit dem renommierten Schweizer Künstler, aber auch den 10-jährigen Geburtstag des Kunstraums: Dazu hängen sie einen Theaterscheinwerfer in einen Baum neben dem Kunstraum und versehen ihn mit einer Zeitschaltuhr, welche das An- und Ausschalten des Lichts in einem vordefinierten Rhythmus regelt. Ein Scheinwerferlicht bestrahlt normalerweise eine Attraktion, ein Star tritt darin auf, etwas Wichtiges erhält eine Bühne ... Doch das von Mischa Düblin und Fabian Unold installierte Spotlight schiesst (scheinbar) am Ziel vorbei. Der Lichtkegel beleuchtet weder das Jubiläum feiernde Häuschen, noch die Installation von Roman Signer, noch das Publikum. Die einzige Verbindung zum Haus bildet ein Stromkabel. Ansonsten bleibt Thylacines künstlerischer Eingriff im Grunde immateriell. «Schein» beleuchtet eine leer gebliebene Bühne, einen Unort, eine Lücke und wird damit zum eigenartigen und erfrischend nicht eindeutigen Hinweis.
Text: Lena Friedli
Fotos: Claude Gasser
www.thylacine.ws

Raphael Bottazzini
Bank & Stapel
Seit 01.01.2023 – ongoing
Die Bank würdigt nicht, sie zeigt Namen in ihrer Vielfalt, der Vielfalt, die die Gesellschaft hervorbringt. Die Bank ist seit 2023 aktiv und folgt der Doktrin, dass jede Person genannt werden darf. Von den drei Brettern wird jeden Monat eines ausgewechselt. Die abgenommen Bretter bilden abseits, fortlaufend einen Stapel im Ausstellungraum Artachment in Basel. Die Namen werden von verschiedenen Personen, die untereinander nicht abgesprochen handeln, ausgesucht und in die Arbeit eingebracht. Durch dieses Verfahren wird die Bank zu einem Sammelbecken von Namen und folgt keiner ideologischen Ausrichtung. Die kuratorische Arbeit beschränkt sich lediglich auf die Zusammensetzung jeweils zweier Namen auf einem Brett. Die grössere offensichtliche Willkür der Namenszusammenhänge entsteht durch das monatliche Anbringen eines neuen Brettes. Dabei vermischen sich die neuen Namen mit den alten, wodurch sich kontinuierlich auf der ganzen Bank neue Konstellationen ergeben.
Das Unternehmen Mitte ist nicht Teil der Arbeit und hat kein Mitspracherecht.
Raphael Bottazzini
Was ist ein Name? Kann ein Name ohne Kontext eingeordnet werden? Welche Spannungen werden durch Bank&Stapel sichtbar und erzeugt? Kann ein Kunstwerk auf privatem Grund wirklich privat sein, wenn es für die Öffentlichkeit sichtbar ist? Kann man von einer Gegenüberstellung zweier Namen sprechen, wenn auf der Bank insgesamt sechs Namen stehen? Hätte man die Gewichtung eines Komitees hinterfragt, wenn ein Glücksverfahren eingesetzt worden wäre? Welche Verantwortung trägt der Künstler in der Arbeit Bank&Stapel? Worin unterscheidet sich Meinungsfreiheit von Kunstfreiheit? Soll Kunst sich erklären? Ist Kunst von Natur aus politisch oder wird sie politisiert?

Offenes Textilatelier und Café für Menschen jeden Alters
MITTWOCHS von 15 – 20 UHR
2026
14. Oktober
4. November
2. Dezember
16. Dezember
2027
6. Januar
27. Januar
24. Februar
17. März
7. April
21. April
26. Mai
Abschlussfest
Samstag, 5. Juni 2027, 15 – 20 UhrNach dem Pilotprojekt im Jahr 2025 startet Im Foyer ab Oktober 2026 erneut.
Alle drei Wochen wird das Foyer des Ausstellungsraum Klingental zu einem offenen Textilatelier und Café. Du kannst vorbeikommen, etwas trinken, mitmachen, eigene Ideen einbringen oder einfach zuschauen. Unterschiedliche Materialien und Werkzeuge stehen dir zur Verfügung und du kannst viele verschiedene textile Techniken kennenlernen oder vertiefen. Triff Künstler*innen, mache ein eigenes Projekt und tausche dich mit anderen aus. Die ausgestellte Kunst kann dich dabei auf neue Ideen bringen.
Die Treffen sind kostenlos und offen für alle. Du kannst jederzeit dazukommen und mitmachen.
Wir sind bemüht, unsere Nachmittage so zu gestalten, dass alle Zugang finden.
Bei Fragen oder Wünschen kontaktiere uns: info@ausstellungsraum.ch
Im Foyer ist ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem FOYERBASEL Bildung und Beruf, entwickelt und durchgeführt von Franziska Baumgartner und Flavia Spichtig. Erweitertes Team: Vera Bruggmann